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Die Geschichte des Hofgutes bis zur französischen Revolution
Quelle: Johannes Naumann (2007)
1310
Erste urkundliche Erwähnung: Herzog Ferry von Lothringen belehnt seinen Vasallen Arnold von Sierck unter anderem auch mit der Imsbach
1318
Bestätigung der Belehnung unter Benennung des Arnold von Sierck für die Erbkastellanei auf der nahen Schaumburg
um 1350
Die Siedlung Imsbach fällt wohl infolge der Pestepidemien wüst.
15./16. Jahrhundert
Es werden lediglich Imsbacher Güter genannt. Der Siedlungsplatz ist verwaist.
1585
Erstmals findet sich der Begriff »Hofgut« Imsbach. Das wüst gefallene Dorf wird zur Hofsiedlung, die gesondert dem Haus »Schawenburg« gehört. Ein amtierender Amtmann hat die Nutzung der Güter als Teil seines Gehaltesinne.
17. Jahrhundert
Das Hofgut wird während des 30-jährigen Krieges und den folgenden Feldzügen Ludwig XIV. zerstört.
um 1715
Der lothringische Amtmann Gaspard Le Payenbaut das Hofgut wieder auf und verpachtet es an Hofmänner. Das alte Hofhaus stammt aus dieser Zeit. Insbesondere werden auch die Wälder stark genutzt.
um 1750
Auf dem Hofgut leben mehrere Familien. Neben den Pächtern sind Knechte und Mägde sowie ein herrschaftlicher Jäger nachweisbar. Außerdem lebt ein Müller samt Familie auf der unweit des Hofgutes gelegenen Imsbacher Mühle, die Ende des 19.Jahrhunderts aufgegeben wird.
1738
Franz Stefan von Lothringen, der Maria Theresia von Österreich heiratete, verzichtet imTausch gegen die Toskana auf Lothringen. Das Herzogtum Lothringen fällt an Stanislas Leszczynski, vertriebener König von Polen und Schwiegervater des französischen Königs Louis XV.
1766
Nach dem Tode Stanislas geht das Herzogtum samt dem Amt Schaumburg an Frankreich über.
1778/1779
Durch einen Grenzregulierungsvertrag zwischen Frankreich und Kurtrier kommt das Hofgut Imsbach sowie der lothringische Teil des zweiherrigen Dorfes Theley an Frankreich.
um 1785
Das Hofgut umfasst etwa 505 Hektar und wird von 46 Personen bewohnt. Die Einkünfte kommen der Staatskasse des Trierer Kurstaates zugute.
Das Hofgut in der napoleonischen Epoche
1792/1793
Die Französische Revolution erfasst die Schaumbergregion. Die alte Ordnung bricht zusammen.Die Pächter betreiben das zum Nationalgut deklarierte Hofgut weiter. Die Imsbach gehörte im Rahmen der Neuordnung zur Mairie Theley im Saar-Departement.
1811
Die Brüder Martin und Peter Lermen sind im Besitz des Hofgutes und lassen über der Tür des alten Hofhauses ein Monogramm ML samt Jahreszahl 1811 anbringen. Sie versäumen es aber den Besitz durch Kauf in ihr Eigentum zu bringen.
1812
Napoleon schenkt das Hofgut seinem verdienten Offizier Charles Louis Narcisse Lapointe. Dieser war Colonel de Cavallerieund befehligte somit eine berittene Einheit von 1500 Mann. Er hatte sich in zahlreichen Schlachten höchste Verdienste erworben. Er ist am 28.Oktober 1773 in Remilly bei Metz geboren und starb am 31. Juli 1855 auf dem Hofgut Imsbach. Seine Nachfahren sollten das Hofgut bis 1930 besitzen. Der Grabobelisk Lapointes ziert erst sein Grab auf dem Theleyer Friedhof. Nach Erbauung der Kapelle und Überführung der Gebeine wurde auch der Obelisk im Umfeld der Kapelle aufgestellt. Charles Louis NarcisseLapointe erweiterte das Hofgut maßgeblich. Insbesondere ließ er ein neues Wohnhaus mit schlossartigem Charakter errichten.
1814/1815
Nach dem Sturz Napoleons findet auf dem Wiener Kongress eine Neuordnung Europas statt. Am 28. Mai 1815 wird das Gebiet zwischen Mosel, Rhein und Nahe dem Königreich Preußen zugesprochen. In der Wiener Schlussakte vom 9. Juni 1815 wird in Artikel 49 festgelegt, dass ein Gebiet von 69.000 Seelen im ehemaligen französischen Saar-Departement als Entschädigung für Anstrengungen und Verluste an deutsche Fürsten, die sich an den Befreiungskriegen beteiligt haben, abgegeben werden
soll. Dementsprechend erhält der Herzog von Oldenburg einen Landstrich um Birkenfeld, zu dem auch die Imsbach gehört.
Das Hofgut im 19. und 20. Jahrhundert
1815–1817
Nach einer provisorischen Verwaltungsphase ergreift der Herzog von Oldenburg am 16. April 1817 Besitz vom sogenannten Fürstentum Birkenfeld. Das Hofgut blieb trotz der Zugehörigkeit zum Herzogtum Oldenburg weiterhin im Besitz der FamilieLapointe. Diese hatte neben der Imsbach weiterhin große Besitzungen in der Umgebung von Metz. DaTheley zu Preußen kam, wurde die Imsbach zusammen mit Selbach vom Amt Nohfelden verwaltet.
1844/1845
Der Großherzog von Oldenburg bereist sein Fürstentum Birkenfeld und besucht das Hofgut Imsbach. In einer Beschreibung des Fürstentums heißt es zur Imsbach:
Der Imsbacher Hof, bei Selbach im Amtsbezirk Nohfelden belegen. Derselbe, von dem jetzigen Besitzer Herrn Lapointe, bedeutend erweitert und verbessert, enthält beinahe 1300 Morgen, darunter 533 Morgen Niederwald, 131 Morgen Wiesen- und 619 Morgen Acker-Ländereien. Man findet hier großartige Ökonomie-Gebäude, eine Mahlmühle,Schmiede, Maschinen zum Säen und Dreschen etc. Es wird vorzüglich Korn, Hafer, Gerste, Buchweizen, Hülsenfrucht und auch Kartoffeln gebaut; der Viehbestand zählt 70-80 Stück Rindvieh und 25-30Pferde.
1855
Nach dem Tode des Charles Louis Narcisse Lapointe am 31. Juli 1855 erbt sein 24jähriger Enkel Louis Albert Lapointe das Hofgut. Dieser heiratet 1876 Bertha Wilhelmine Böcking aus Abentheur.
1904
Am 14. Januar 1904 verstirbt Louis Albert Lapointe. Seine trauernde Witwe lässt die Gutskapelle mit Familiengruft errichten.
1919/1920
Durch den Versailler Vertrag entsteht das Saargebiet unter der Verwaltung des Völkerbundes. Die Imsbach gehört nicht dazu, hatte aber eine unmittelbare Grenzlage.
1929/1930
Tod der Witwe Lapointe. Die Lapointe-Erben verkaufen das stark verschuldete Hofgut.
1930 bis 1939
Das Hofgut ist im Besitz der Familie Burkhard. Diese hatten bei der Bewirtschaftung des Hofgutes keinen rechten Erfolg.
1937
Durch das sogenannte Groß-Hamburg-Gesetz fällt der oldenburgische Landesteil Birkenfeld an die preußische Rheinprovinz.
1939 bis 1953
Bankier Georg Müller ist im Besitz des Hofgutes.
1946/1947
Fast alle Orte des Amtes Nohfelden werden der französisch besetzten Saar unterstellt und bleiben bis1955 Teil des Saarstaates.
1953 bis 1965
Das Hofgut Imsbach geht in Staatsbesitz über und wird als Justizvollzugsanstalt genutzt.
1965
Verpachtung des Hofgutes an Landwirte
1974
Im Zuge der Gebiets und Verwaltungsreform kommt die Imsbach wieder zu Theley in der Amtsbürgermeisterei Tholey.
1987
Das Hofgut Imsbach wird zum saarländischen Ökologiezentrum umgestaltet.
2005
Übergang des Hofgutes in den Besitz der Ökoflächen Management gGmbH. Planung eines Landschaftsparks.
Anmerkung:
Wir bedanken uns bei Herrn Johannes Naumann für die Bereitstellung des hier dargestellten Text- und Bildmaterials
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